Gemeindebrief Winter 2025 / 2026

Liebe Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinden in Binz, Zirkow und Lancken-Granitz! Liebe Gäste!


In Zirkow im Dorf und in der Zirkower Kirche fehlt uns gerade das Geläut der Glocke. Sie hat einen Riß und muß abgehängt und repariert werden. Ein konkretes Kostenangebot haben wir noch immer nicht, aber Sie, Einheimische und Gäste, haben schon viel gespendet. Etwas mehr als 5000,– € sind bereits eingegangen. Darüber freue ich mich sehr und danke, auch im Namen des Kirchengemeinderates, allen Spenderinnen und Spendern sehr herzlich.


Die Zirkower Glocke ruft nicht zum Gottesdienst, aber Gottesdienste feiern wir trotzdem, z.B. am Karfreitag um 15 Uhr. In diesem Gottesdienst wird eine Streichtriofassung von Joseph Haydns „Die letzten sieben Worte unseres Erlösers am Kreuz“ erklingen.
Wir feiern in Zirkow am Ostersonntag früh um 6 Uhr Gottesdienst mit anschließendem Osterfrühstück.
Am 7.Juni wird es um 10.00 Uhr musikalischen Gottesdienst in Zirkow geben (kein Gottesdienst in Binz), den Kantor Matthias Grünert von der Dresdner Frauenkirche im Rahmen der Sächsischen Orgelfahrt gestaltet. Weitere Gottesdienste feiern wir im Frühjahr und im Sommer in Zirkow (in Binz jeden Sonntag, in Lancken-Granitz so wie es in diesem Gemeindebrief steht).
Zu jedem Gottesdienst gehört eine Predigt. In Zirkow predige ich nicht von der Kanzel, sondern stehe nahe bei Ihnen im Gang. Auf der Kanzel wäre ich zu weit weg von der Gemeinde.
Aber die Zirkower Kanzel ist sehr besonders. Es ist ein sogenannter Kanzelaltar aus der ersten Hälfte des 18.Jahrhunderts. Der Kanzelkorb befindet sich über dem Altar. Martin Luther und die lutherische hochkirchliche Tradition vertraten die Auffassung, daß das Wort höher stehe als das Sakrament. Die Predigt war für Luther wichtiger als die Feier des Abendmahls. Martin Luther hat die Worte des Apostels Paulus im Brief an die Römer 10,17 so übersetzt: „So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.“
Und die Predigt? Ein Pastor dürfe über vieles predigen, nur nicht über 20 Minuten, „lernte“ ich nicht ganz ernsthaft im Theologiestudium. Eine Frau sagte einmal zu mir: Sie predigen immer so positiv. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Sie die Welt so gut einschätzen. Das vielleicht nicht, aber als ich 1992 in Binz ordiniert wurde, wurde mir ein Satz aus dem Propheten Jesaja (52,7) mit auf den Weg gegeben: „Wie lieblich sind die Füße der Freudenboten, die Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen und zu Zion sagen: dein Gott ist König.“ Eine Predigt sollte ermutigend sein, denke ich, und doch wäre mir nicht wohl bei dem Gedanken, daß der Glaube der Menschen von meiner oder der Predigt irgendeines anderen Pastors abhinge. Und in der Bibel ist von einer evangelischen Predigt auch nicht die Rede! Der Prophet spricht auf hebräisch vom „Ansagen“ des Guten. Der Apostel Paulus schreibt auf griechisch: „Der Glaube kommt aus dem Hören.“ Unser Glaube, unser Vertrauen kann gestärkt werden im Hören auf ermutigende Worte der Bibel.
Wir hören in der Welt viele schlimme Nachrichten. Die dürfen wir auch nicht ausblenden, aber nur auf das Schlimme zu hören, hilft niemandem. Im Namen Jesu Christi sollen wir alle einander Gutes ansagen und Freudenboten sein. Nicht nur ein Pastor soll Frieden verkündigen, sondern jeder Mensch könnte das tun und damit das Vertrauen anderer stärken. Und die Gemeinschaft kann unseren Glauben, unser Vertrauen stärken, nicht nur, wenn wir eine Predigt hören, sondern z.B. Passahmahl und Abendmahl am Gründonnerstag in Binz oder in anderen Gottesdiensten feiern oder ein Kirchenkonzert hören und uns unter Gottes Segen stellen.


Ihnen allen eine ermutigende und freudige Osterzeit und Frühsommerzeit


Ihre Pastorin 

Christel Handt


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